DROHNEN - Eine neue Verordnung sorgt für Ärger

  • DROHNEN - Eine neue Verordnung sorgt für Ärger

    Erst fliegt die Drohne illegal über das Grundstück, dann taucht das Video im Netz auf: In der Bevölkerung lösen Drohnen oftmals große Sorgen aus. Eine neue Verordnung soll Abhilfe schaffen - doch Profi-Fotografen erschwert sie die Arbeit.

    Von Niklas Wieczorek
    Montag, 11.09.2017 12:00 Uhr


    Foto: Ärgert sich über die neue Verordnung: Profi-Fotograf Marc Göhlich.

    Ärgert sich über die neue Verordnung: Profi-Fotograf Marc Göhlich.

    Quelle: Frank Peter


    Kiel Eigentlich gehe die Kritik an seinem technischen Hilfsmittel an die falsche Adresse: Eine Drohne sei nichts generell Gefährliches, sie hänge schlicht von dem steuernden Menschen ab, sagt Marc Göhlich. Der geborene Kieler lebt mittlerweile in Böhnhusen bei Flintbek – und lässt dort und überall, wo er mit seiner Firma Amazing View für Grundstücksfilme oder virtuelle Touren gebucht wird, seine Drohne steigen. Göhlich sagt: „Der Begriff ,Drohne’ ist ein rotes Tuch.“ Seiner Meinung nach hat die negative Meinung in der Bevölkerung die Politik zu restriktiven Regelungen für professionelle Piloten verleitet.

    Ein Bemühen um eine rechtliche Absicherung und eine Haftpflichtversicherung sollten Standard sein, wenn jemand nicht nur wenige Zentimeter über einem Privatgrundstück fliegt, sagt auch Göhlich. Mit illegalen Überflügen entstandene Videos auf Youtube, eine von Handel und Industrie vereinfachte Botschaft „Einschalten, Hochfliegen – egal wo“ – das habe dazu geführt, dass die unprofessionelle Drohnennutzung in den vergangenen Jahren überhand nahm. Dazu kam die mediale Berichterstattung über gefährliche Einzelfälle.

    Dobrindt wurde es zu bunt

    Bis es dem zuständigen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zu bunt wurde: Seit April gilt eine neue Drohnenverordnung. In den ersten sechs Monaten nach Inkrafttreten hat die Landesluftfahrtbehörde etwa 400 Ausnahmegenehmigungen erteilt, was auf eine ordentliche Zahl professioneller Drohnenpiloten schließen lässt.

    Doch die neuen Regeln bringen sie in Schwierigkeiten. Hier sind es zum Beispiel Aufnahmen an der Förde oder dem Nord-Ostsee-Kanal, die durch das Überflugverbot von Verkehrswegen extrem erschwert werden.

    Göhlich hofft, dass die Behörden mit der Zeit mehr Erfahrungen im Umgang mit seriösen Drohnenfliegern sammeln. Grundsätzlich sei die Einführung der Verordnung vor allem ein Kommunikationsproblem, da die Ansprechpartner vorab nicht vorbereitet waren. Auch die Luftfahrtbehörde merkt an, „noch Erfahrungen zu sammeln“, wenn es um geschützte Bereichen gehe. Man versichert aber, dass alle beteiligten Stellen bemüht seien, das Fliegen von Drohnen zu erleichtern – „insbesondere für diejenigen, die sich an die Regeln halten“.

    Und das sind die neuen Regeln:

    Die seit April dieses Jahres gültige Drohnenverordnung verpflichtet Piloten zum Fliegen in Sichtweite. Bei einem Fluggerät ab 250 Gramm ist ab Oktober eine Plakette mit Namen und Anschrift nötig, ab zwei Kilogramm muss der Pilot einen Kenntnisnachweis erbringen und ab fünf Kilogramm ist eine Aufstiegserlaubnis erforderlich. Wer mehr als 100 Meter hochfliegen will, braucht einen Kenntnisnachweis und eine Ausnahmegenehmigung der Landesluftfahrtbehörde – ohne eine solche ist es auch untersagt, über sensible Bereiche wie Naturschutzgebiete, Industrieanlagen, Wohngrundstücke, Menschenansammlungen, Hauptverkehrswege und Flugplätze zu schweben.


    Quelle http://www.kn-online.de/News/A…ordnung-sorgt-fuer-Aerger