Nach dem Großbrand in Ransbach-Baumbach - Drohnen spüren Glutnester auf

  • Nach dem Großbrand in Ransbach-Baumbach - Drohnen spüren Glutnester auf

    Feuerwehrmann steuert Drohne um Glutnester zu finden

    Der Großbrand in Ransbach-Baumbach ist zwar fast vollständig gelöscht. Letzte Glutnester bereiten der Feuerwehr allerdings noch Sorgen. Um diese zu finden, werden erstmals zwei Drohnen eingesetzt.


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    Die Feuerwehr hat den Großbrand mit modernster Technik in den Griff bekommen. Eine Drohne half beim Auffinden der Glutnester. Jetzt beginnt die mühsame Arbeit der Brandermittler.


    Wie Kreisfeuerwehrinspekteur Axel Simonis sagte, verfügen die jeweils 20.000 Euro teuren Flugobjekte nicht nur über normale, sondern auch über Wärmebildkameras. Am Boden könnten die Einsatzkräfte dann auf einem Infrarotbildschirm erkennen, wo noch nachgelöscht werden müsse. Um an die Nester zu kommen, zögen Bagger die Trümmerteile auseinander. Bereits am Donnerstag hätten die Drohnen durch ihre Echtzeitbilder aus der Luft gezeigt, wo besonderer Handlungsbedarf beim Löschen bestanden habe.


    Bei dem Drohneneinsatz der Feuerwehr handelt es sich laut Simonis um den ersten seiner Art im Westerwaldkreis. Die Fluggefährte seien gerade erst angeschafft und die Piloten geschult worden. Der Einsatz sei für die Feuerwehrleute, die die Drohnen flögen, sehr überraschend gekommen.

    Kann die Brandursache ermittelt werden?

    Der Kreisfeuerwehrinspekteur zeigte sich nicht besonders zuversichtlich, dass die Brandursache ermittelt werden könne. Denn entsprechende Hinweise - so es sie denn gebe - würden sich an Wänden oder Decken finden. Doch Wände oder Decken gebe es nicht mehr. "Alles ist zerstört", sagte Simonis. "Kein Ding steht mehr auf dem anderen." In dem Reifenlager hätten Flammen mit einer Temperatur von mehr als 1.000 Grad Celsius gewütet.


    Der starke Zerstörungsgrad mache die Ermittlungsarbeit schwierig und zeitintensiv, sagte auch Andreas Bode, Sprecher der Polizei Montabaur. Außer den Brandermittlern sind derzeit noch etwa 50 Einsatzkräfte vor Ort, um die letzten Glutnester zu löschen.


    Ein Bagger räumt im Reifenlager nach einem Brand auf

    Schweres Gerät baggert sich durch die Trümmer.


    Zeit Feuerwehrmänner halten den Wasserschlauch

    Auf der Suche nach versteckten Glutnestern.

    400 Einsatzkräfte vor Ort

    Das Feuer war am frühen Donnerstagmorgen ausgebrochen und hatte sich schnell zu einem Großbrand entwickelt. Deshalb waren nach und nach immer mehr Feuerwehren hinzugezogen worden. Nach Angaben der Feuerwehr Westerwaldkreis waren Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreis sowie dem angrenzenden Landkreis Neuwied vor Ort. Zusammen mit THW, Rotem Kreuz und Polizei seien insgesamt rund 400 Personen mit der Brandbekämpfung beschäftigt gewesen.

    Bürgermeister lobt Koordination

    Der Bürgermeister von Ransbach-Baumbach, Michael Merz, lobte Koordination und Logistik der Einsatzkräfte. "Die haben Hand in Hand geschafft und den Brand Gott sei Dank unter Kontrolle bekommen. Wenn ein Reifenlager mal brennt, kann es ganz gefährlich werden."

    Das Feuer fraß sich durch eine 100 mal 30 Meter große Lagerhalle. In dieser waren nach Feuerwehrangaben Reifen jeglicher Art gelagert. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass ein angrenzendes Verwaltungsgebäude auch abbrannte.

    Bevölkerung per Katwarn gewarnt

    Der Großbrand hatte in den Morgenstunden zu einer starken Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung durch die Rauchgase geführt. Die Bevölkerung wurde deshalb über die Warn-App Katwarn und per Lautsprecherdurchsagen informiert. "Luftmessungen haben keine Gefährdung bestätigt. Trotzdem haben wir die Anwohner im Nahbereich aufgefordert, vorsorglich Fenster und Türen geschlossen zu halten", erklärte Thomas Schenk-Huberty, Pressesprecher der Feuerwehr Westerwaldkreis.

    Löschwasser aus einem See

    Die Löscharbeiten im Inneren der Lagerhalle gestalteten sich schwierig, weil das Gebäude einsturzgefährdet war. Zudem musste das Löschwasser aus einem See bis zum Gelände des Reifenlagers gepumpt werden. Außerdem musste aufgrund des brennenden Materials mit Löschschaum gearbeitet werden.


    Quelle swr.de