Kamerad Drohne auf Waldbrandsuche

  • Kamerad Drohne auf Waldbrandsuche

    img_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81MzU2MjkxNjNfNjM2MThfTS5qcGcuMzM1MDI4ODEuanBn_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81MzU2MjkxNjNfNjM2MThfTS5qcGcuMzM1MDI4ODMuanBn.jpg

    http://www.usinger-anzeiger.deViel Technik in so einem kleinen Teil: Interessiert nehmen die Feuerwehrleute das Fluggerät genau unter die Lupe.


    OBERREIFENBERG - (mgö). Wenn ein Haus brennt, weiß die Freiwillige Feuerwehr Oberreifenberg, wohin und auf welchen Straßen sie zu fahren hat. Ganz anders stellt sich die Lokalisierung im waldreichen Gebiet rund um die Großgemeinde Schmitten dar. „Wir können das Feuer riechen, sehen aber nichts“, berichtet der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Ingo Marx von den zahlreichen Waldbrand-Einsätzen, die die Wehr vor allem 2015 in Atem hielt. Zwischen 30 und 60 Minuten suchten sie nach dem Feuer, nach Zufahrtswegen, auf denen auch große Löschfahrzeuge durchpassen.

    Mit der neu angeschafften Drohne, wohl die erste überhaupt im Hochtaunuskreis, soll sich die langwierige und kostenintensive Suche erübrigen. Denn manchmal musste die Wehr den Hubschrauber zur genauen Lokalisierung anfordern. Ein Jahr lang bereitete sich die Wehr auf die Anschaffung vor, führte etliche Gespräche mit dem Kreisbrandmeister des Hochtaunuskreises, füllte Anträge beim Regierungspräsidium aus, vier Kameraden besuchten die notwendigen Lehrgänge für den Drohnen-Führerschein in Ockstadt. Das Procedere war aufwendig, da im vergangenen Jahr pro Landkreis nur eine Drohne für alle Feuerwehren zugelassen werden durfte. Im Mai kam dann die Aufstiegsgenehmigung.

    „Doch das ist jetzt alles passé“, stellte Marx die Sachlage vor. Im April ist eine neue Verordnung beschlossen worden, in der jetzt jede Ortsteilfeuerwehr Drohnen fliegen lassen darf. Damit sind die Feuerwehren in Einsatzlagen von der Nachweispflicht befreit, dürfen im Zusammenhang mit Not- und Unglücksfällen sowie Katastrophen ihre Sicherheitsaufgaben erledigen. Auch präventive Einsätze, etwa zur Lageerkundung bei Großveranstaltungen oder Ausbildungs- und Übungszwecke zählen dazu. Die Verordnung deckt zudem den Betrieb „unter Aufsicht“ ab. Das sind Fälle, in denen die Behörde über keine eigenen Geräte verfügt, sich diese aber zur Verfügung stellen lässt. Mit der Erweiterung im öffentlichen Bereich hat der Gesetzgeber die privaten Einsatzmöglichken eingeengt.

    Erste erfolgreiche Übungsflüge hat die Freiwillige Feuerwehr Oberreifenberg in Dorfweil unternommen. Das Haupt-Feature der Drohne Phanton 4 des Herstellers DJI ist die Übermittlung von Live-Bildern direkt zur Fernbedienung beim Drohnen-Piloten. Marc Ammoneit lieferte bei der Präsentation dann auch gleich gestochen scharfe Bilder auf dem Freizeitgelände Pfarrheckenfeld in Oberreifenberg. Theoretisch könnte die Drohne 6 000 Meter hoch fliegen, ist auf 500 Meter reguliert, erlaubt sind jedoch nur 100. Mit maximaler Geschwindigkeit von 72 km/h liefert die Drohne Fotos und Videos, die auf einer Chip-Karte gespeichert werden. Damit können die Bilder bei größerer Einsatzlage an andere Wehren gesendet werden. Das GPS-gesteuerte Gerät fliegt bis zu sechs Kilometer weit (immer auf Sicht) und erkennt selbstständig Hindernisse. Bei Abbruch der Funkverbindung oder wenn die Akkus schwächer werden kommt die Drohne automatisch zurück.

    Der Feuerwehrverein Oberreifenberg hat mit zusätzlichen Spendengeldern nicht nur die Drohne und das dazugehörige Steuerungsgerät, sondern auch drei Akkus, die je 25 Minuten Flugzeit gewähren, im Gesamtwert von 3 000 Euro gekauft. „Da freut sich natürlich die Zivilgemeinde“, dankte Bürgermeister Marcus Kinkel der Wehr, der die Neuanschaffung als ziemlich cool bewertete. Sollte mehr Geld in die Kasse des Vereins fließen, könnte eine Wärmebildkamera für Personensuche an die Drohne angebracht werden.

    Das Konzept für den enormen Zeitgewinn bei der Suche nach gemeldeten Waldbränden sieht vor, dass die Bilder durch den Drohnen-Piloten entweder direkt auf einem Tablet oder mittels eines HDMI-Kabels auf einem separaten Monitor im Einsatzleitwagen, der für die Großgemeinde Schmitten in Arnoldshain stationiert ist, dargestellt werden. Die Drohne ist rot markiert, das notwendige Kennzeichnen wird noch montiert. Im Juni ist eine Übung im Wald mit einer simulierten Rauchsäule geplant, die derzeitigen Drohnen-Piloten dürfen weitere Kameraden und Kameradinnen einweisen.


    Quelle http://www.usinger-anzeiger.de