Unterschiede Tello und Tello EDU

  • Ich habe ein bisschen recherchiert, worin sich eigentlich die etwas neuere Tello EDU von der "alten" Tello unterscheidet.


    Die normale Tello wird ja teilweise schon für unter €90 angeboten, während die EDU stabil mindestens 159 Euro kostet. Da stellt sich schon die Frage, was die EDU mehr kann oder was da mehr mitgeliefert wird (außer der edleren Verpackung im genreüblichen Apple/DJI Design.


    Die Hardware scheint wirklich nicht wesentlich anders zu sein, zwar wohl ein paar Gramm schwerer, aber das kann schon an der neuen, strukturierten Kabinenhaube liegen. Die Firmware ist definitiv neuer - die SDK 2.0 unterstützt einige Funktionen, welche die alte Tello nicht kennt: https://dl-cdn.ryzerobotics.co…%202.0%20User%20Guide.pdf


    Das sind hauptsächlich Funktionen zur Unterstützung der "Mission-Pads". Das sind vier mit der Tello EDU gelieferte Landeflächen, deren Aufdruck die EDU wohl per Bilderkennung unterscheiden kann. Darauf bauen diverse Programmier-Lernspiele der als Lernspielzeug für Kinder positionierten EDU auf.


    Ein anderes - meiner Meinung nach nützlicheres - Unterscheidungsmerkmal ist eine einstellbar SSID für WLAN Accesspoints. Für Inhouse- Anwendungen muss man das Smartphone also nicht ständig auf den der Tello verstellen und die lokale Internet-Verbindung verlieren, sondern integriert eine oder mehrere Tello EDUs ins Hausnetz - letzteres ist auch der eigentliche Grund für dieses Feature - den Schwarm- Modus. Schwärme von alten Tellos kann man nicht über WLAN steuern, weil ein Controller nur eine Tello steuern kann und dann gar nichts anderes mehr - das finde ich sehr unpraktisch.


    Für Draußen- Flieger ist ein fester WLAN-Accesspoint natürlich nicht interessant - es sei denn man hat einen mobilen Accesspoint mit guten Antennen / hoher Sendeleistung und erhöht so die Reichweite zwischen Smartphone und Tello in diesem "mobil- lokalen" Netz:P

    Eine Suche entsprechender Teile könnte die bisher mit Repeatern möglichen Reichweiten vielleicht noch etwas übertreffen- besonders wenn man mit Dingern wie Raspberry bzw. BPi Router und sehr guten WLAN Antennen was selber bastelt (Könnte aber noch mehr Aufmerksamkeit der Ordnungskräfte erregen - von wegen fehlendem CE-Prüfsiegel, bösen FCC Frequenzen und so).


    Ansonsten bin ich etwas enttäuscht - bei dem höheren Preis hätte man ein paar Kleinigkeiten optimieren können - z.B. einen MicroSD- Slot und ein paar Positions-Leds einbauen. Stabilere Brushless Motoren hätten den Preis sicher wesentlich mehr in die Höhe getrieben, denn die erfordern ja auch aufwändigere Treiber (sind ja eigentlich Drehstrom-Motoren https://de.wikipedia.org/wiki/…tenloser_Gleichstrommotor) und ich weiß nicht, ob es so leichte/winzige Brushless-Motoren zu vernünftigen Preisen überhaupt gibt. Erheblich mehr als 80g wäre wahrscheinlich die Folge, wenn man kürzere Flugzeiten vermeiden will.


    Aber wahrscheinlich will DJI / Ryze sich selbst nicht zuviel Konkurrenz machen - auch wenn alle anderen Drohne doch in einer ganz anderen Preis/Leistungs -Kategorie liegen.

  • Danke für den ausführlichen Bericht. :)

    Die EDU scheint was für ausgesprochene Freaks zu sein (Freak nicht negativ verstehen ;)). Für normales Fliegen zu teuer. Alle anderen, von Dir angesprochenen Änderungen (wie z.B. brushless Motoren) würden nur den Preis in die Höhe treiben. Ryze versucht natürlich, möglichst viele Gleichteile zu verwenden. D.h., möglichst wenig mechanische Änderungen gegenüber der normalen Tello. Derart kleine brushless Motoren sollte es geben. Die FPV-Racer mit ihren kleinen Quads nutzen ja auch brushless.

    Da die Technik mit mehr Stückzahlen und im Laufe der Entwicklung immer billiger werden ist nicht ausgeschlossen (und ich hoffe darauf), daß bereits in der Tello 2 schon einige Verbesserungen eingebaut sind und der Preis in verträglichen Sphären bleibt.