Viele Drohnen-Besitzer ignorieren Versicherung

  • 400.000 Drohnen über Deutschland

    Viele Drohnen-Besitzer ignorieren Versicherung

    München. Immer mehr Drohnen bewegen sich durch die Luft. Was viele Besitzer nicht wissen: Sie brauchen eine Versicherung für ihr Flugobjekt.


    Von Thomas Magenheim-Hörmann, 24.04.2018


    Wer sich dem Thema spektakulär nähern will, kann bei YouTube in der Suchzeile „Helicopter Accident Caused By Drone“ eingeben. In diesem von der BBC verfilmten fiktiven Schadenszenario fliegt eine Drohne in den Heckrotor eines gerade landenden Rettungshubschraubers und bringt diesen zum Absturz. „Mehrere Tote und ungefähr zwölf Millionen Euro Schaden“, bilanziert Thomas Kriesmann. Er ist Drohnen-Experte in der Sparte Luftfahrtpolicen der Allianz-Tochter AGCS. Gerade in der Luftfahrt würden immer wieder die unwahrscheinlichsten Unfälle geschehen, weiß er aus Erfahrung. Drohnen seien insofern nur eine neue Risikovariante, wenn auch eine, die es mittlerweile weltweit fünf millionenfach gibt, Tendenz steigend.


    Allein in Deutschland fliegen derzeit rund 400 000 der unbemannten Geräte, davon etwa ein Viertel im kommerziellen Einsatz, schätzt der Luftfahrtversicherer. Letztere bereiten der Assekuranz dabei weniger Kopfzerbrechen, obwohl kommerziell auch große Brummer mit bis zu 500 Kilogramm Gewicht unterwegs sind. „Gewerbetreibende nutzen Drohnen als Betriebsmittel, weshalb sie ein größeres Interesse am sicheren Fliegen haben“, sagt Kriesmann. Bei Privatnutzern sieht es anders aus, obwohl auch für sie seit vorigen Herbst zumindest in Deutschland strengere Regeln gelten.

    Führerschein notwendig

    Dazu zählt, dass man für eine Drohne ab zwei Kilogramm Gewicht einen eigenen Führerschein braucht und ab fünf Kilogramm oder über 100 Meter Flughöhe auch eine Flugerlaubnis der örtlichen Luftfahrtbehörde. Letzteres gilt auch bei Nachtflügen oder in sensiblen Zonen wie eineinhalb Kilometer Umkreis um Flughäfen oder Innenstädte oder Naturschutzgebiete.

    Zudem besteht für jede Art von Drohne eine Versicherungspflicht entweder in Form eines Zusatzes zur Haftpflicht oder als Spezialpolice. Das würden Besitzer mangels Beratung im Handel aber oft erst mitbekommen, wenn sie ihr Hightech-Spielzeug auspacken und im Karton einen entsprechenden Hinweis finden, bedauert der Assekuranz-Experte.

    Ein Viertel ohne Versicherungspolice

    Drohnen-Besitzer ignorieren das aber oft. „Wir schätzen, dass ein Viertel ohne Versicherungspolice fliegt“, sagt Kriesmann. Bedarf entstehe oft erst, bei einem Beinaheunfall oder wenn es vollends gekracht hat. Vielfach bleiben Geschädigte auf ihrem Schaden sitzen, weil der Verursacher nicht ausfindig gemacht werden kann. Für Fluggeräte ab 250 Gramm besteht zwar Kennzeichnungspflicht. „Die Prüfungen könnten aber verbessert werden“, umschreibt Kriesmann den Umstand, dass Drohnen-Halter auch ihren Kennzeichnungspflichten oft nicht nachkommen, das aber kaum kontrolliert wird. Eigentlich müssten sie ein feuerfestes Schild mit Namen und Adresse an ihrem Fluggerät anbringen, tun das aber nicht. Wenn ihre Drohne dann auf ein Auto oder eine Dachsolaranlage stürzt, haben Geschädigte regelmäßig das Nachsehen.


    „Oft lässt sich der Haftende wegen mangelnder Kennzeichnung nur schwer ausfindig machen“, stellt der Experte klar und fordert eine Registrierungspflicht für Drohnen. Normalerweise reiche eine Police, die jährlich 80 bis 100 Euro kostet und Schäden von bis zu einer Million Euro abdeckt. Die zahlt aber nur, wenn Drohnen-Besitzer die Spielregeln einhalten und beispielsweise nicht ohne Flugerlaubnis in Flughafennähe unterwegs sind. Auch wenn Persönlichkeitsrechte verletzt werden, indem kamerabestückte Drohnen über das Grundstück des Nachbarn fliegen und das mit Geldbußen geahndet wird, zahlt eine Drohnenversicherung nicht.

    Beinaheunfälle mit Flugzeugen

    Dramatischer sind Beinaheunfälle mit startenden oder landenden Passagierjets, von denen es schon mehrere gegeben hat. Wer seine Drohne illegal an Flughäfen steigen lässt, schreckt bisweilen nicht einmal davor zurück, das selbst zu filmen und auf YouTube zu veröffentlichen. Deshalb schauen Luftfahrtbehörden neuerdings öfter solche Videos und verschicken dann Abmahnungen mit fünfstelligen Eurosummen.

    Kommt eine Drohne in ein Triebwerk, steigt das Schadenspotenzial auf bis zu zehn Millionen Euro, warnt die Allianz. Wirklich gekracht hat es soeben bei einem Flughafen nahe Chemnitz. Dort ist eine Drohne mit einem Sportflugzeug kollidiert und hat es zur Notlandung gezwungen. Der Schaden betrug 30 000 Euro. Ein Verursacher konnte mangels Namensschild auf der Drohne bislang nicht gefunden werden.

    Als sehr realistisches Großschadenszenario gilt eine Drohne, die auf einen Lkw stürzt und einen schweren Verkehrsunfall mit Toten verursacht. Finanziell bedeutet das einen Millionenschaden. Noch schlimmer wäre ein Zusammenstoß mit Hubschrauber oder Passagierflugzeug. „Angesichts der uns bekannten Beinahekollisionen ist ein Großschaden wahrscheinlich“, warnt Kriesmann.


    Quelle: http://www.general-anzeiger-bo…erung-article3837079.html


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  • Hallo Flieger

    Ich würde gerne wissen ob es eine reine Drohnenversicherung gibt,und wenn ja welche habt ihr und was kostet sie?

    Leider bietet mein private Haftpflicht keine Drohnenversicherung an.


    Gruß


    Bobbi123

  • Nutzt du doch das Wechselangebot unserer Haftpflicht Helden auf der Startseite. Diese Versicherung befasst sich ganz speziell mit den Anforderungen einer Drohnenversicherung, Beinhaltet aber auch ergänzend noch die reine Haftpflicht Versicherung. Details kannst du direkt über den Link entnehmen. Der Preis mit Rabatt ist klasse!

  • bobbi123 In meiner vor ~zwei Jahren abgeschlossenen privaten Haftpflicht ist u.a. der Versicherungsschutz für ferngelenkte Flugmodelle, Lenkdrachen etc mit drin. Auch die Haftpflichtversicherungen bei Bekannten welche bei anderen Versicherern abgeschlossen haben, beziehen das mit ein. Ich gehe mal davon aus das im Schadenfall eine DJI XY als ferngelenkte Flugmodell angesehen werden muss.


    Zum Thema: Beinaheunfälle mit Flugzeugen und der Vorfall in Chemnitz, wo eine Drohne mit einem Sportflugzeug kollidierte und ein Schaden30 000 Euro entstand.


    Wer hat eigendlich das- nenne ich es mal Flufvorrecht? Ein Segelflieger muss sich ja meines Wissens auch keine Starterlaubnis einholen. Der startet doch auch wie es ihm beliebt (in den erlaubten Zonen versteht sich). Was besagt denn, dass der Segler oder Sportpilot nicht auf Drohen aufpassen muss und wieso ist im Falle einer Kollision im Endeffekt immer der Drohenpilot der Schuldige? Mit der geringen Größe der Drohen zu argumentieren wäre im Grunde das Gleiche wie Fahradfahrer und PKW im Straßenverkehr. Das ist eine ernst gemeinte Frage.


    Grüße Caveman

  • Bitte prüft Eure Versicherungen aber auch auf Verschuldenshaftung und Gefährdungshaftung. Hier ist meist bei der allg. Einbindung eines Flugmodells der Mangel. Schaut mal unter den Link bei unseren Haftpflichthelden:


    Https://haftpflichthelden.de/drohen/?src=drfreunde


    Hier ist alles gut erklärt und auch der spezielle Leistungsumfang erklärt. Insbesondere auch das Versichern trotz Veröffentlichung auf YouTube ohne gleich ein Gewerbe daraus zu machen.

  • ich habe vor jahren einmal eine haftpflichversicherung "plus" für einen sehr guten kurs abgeschlossen.

    vor zwei wochen habe ich erfahren, dass auch meine drohne damit bereits mit versichert ist.

    in diesem fall hat sich einmal mehr gelohnt, dass ich einen unabhängigen versicherungsmakler in meinem freundeskreis habe ;)

  • Was viele Besitzer nicht wissen: Sie brauchen eine Versicherung für ihr Flugobjekt.

    Richtig. Ging mir bisher auch so. :/


    Wer kommt schon auf die Idee, daß man für ein Spielzeug, welches im Mediamarkt und bei Aldi neben ferngesteuerten Autos zu ähnlichen Preisen zu kaufen bekommt, eine HPV benötigt. Habe extra aufgepasst, daß mein Kopter unter 250g wiegt, damit ich sämtlichen bürokratischen Gedöns aus dem Weg gehe.

    Vielleicht sollte man (damit meine ich diejenigen, die das können) das Thema an populärer Stelle anbringen, z.B. im TV. Damit die Omis wissen, was sie ihren Enkelchen schenken. =O

    Ein wenig verwundert bin ich auch, daß sich die Versicherungen damit zurückhalten. Wird doch sonst wegen jedem Sch... :cursing: Werbung gemacht.


    Naja - für mich selbst ist die Lage jetzt klar. Bis zum Frühjahr werde ich hauptsächlich zu Hause Indoor fliegen und wenn das Wetter besser wird, dann werde ich eine HPV abschließen. Meine private HPV deckt das nur für ca. 100€ p.a. zusätzlich ab. Das geht günstiger.

  • Guter Hinweis, jedoch geht es auch noch viel guenstiger. Habe mir die PHV bei der AXA geholt mit integrierter Drohnenversicherung. Gibt's fuer schlappe 32EUR/Jahr. Helden sind mehr als 50EUR und ich finde die AXA hat auch mehr einen guten Namen als bei den Helden. Da weiss ich irgendwie nicht so recht wer mich versichert. Das Axa Produkt gibt's hier https://versichertedrohne.de/index.htm

  • Habe mir die PHV bei der AXA geholt mit integrierter Drohnenversicherung. Gibt's fuer schlappe 32EUR/Jahr.

    Hallo Monika,

    danke für den Hinweis. Muß man bereits beu der AXA versichert sein um in den Genuss des genannten Tarifs zu kommen oder geht die Drohnen-HPV auch solo?